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Schlagwort-Archive: Zug

Fischesser ohne Fischmesser

Als ich in vor einigen Tagen im Intercity von Köln in Richtung Ruhrgebiet fuhr, fühlte ich mich an einen Text von Max Goldt erinnert. Darin beschreibt er, wie er eine Frau in einem Zug eine ganze geräucherte Makrele essen sah. Dies sei eins seiner seltsamsten Reiseerlebnisse gewesen.

Daran musste ich denken, als drei Sitzreihen von mir entfernt eine mittelalte Frau begann, eine Packung geräuchertes Seelachsfilet zu öffnen und ohne die Hilfe von Besteck zu verzehren. Sie nahm einfach die fetttriefenden Fischscheiben zwischen ihre Finger, legte den Kopf in den Nacken, hob die Hand über ihren Mund und ließ den Fisch hineinrutschen. Das wiederholte sie bis die Packung leer war. Ihr Sitznachbar guckte sparsam.

Danach wischte sie sich die Finger notdürftig an einer Serviette ab und aß zum Nachtisch noch einen Apfel. Kurze Zeit später wurde ihr Fahrschein kontrolliert. Leider konnte ich nicht erkennen, in welchem Zustand er war.

An solchen Tagen wünsche ich mich in Jules Vernes Zeiten zurück als jede Reise noch ein Abenteuer war, man in spezieller eleganter Reisekleidung kultivierte Gespräche führte und  – wenn überhaupt im Zug – dann nur im Speisewagen sein Essen einnahm.

 

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Lerchen leider unauffindbar – Leipzig, Teil 2

Bevor mein Zug aus Leipzig abfuhr, wollte ich unbedingt noch eine örtliche Gebäckspezialität probieren, von der ich im Internet gelesen hatte: die Leipziger Lerche. Ich hatte noch eine Dreiviertelstunde Zeit und machte mich an dem brütend (haha) heißen Vormittag auf die Suche. Ich hatte damit gerechnet, dass eine Spezialität einfach zu finden wäre – jedoch war es nicht so. Konditoren, Feinkostverkäufer, Souvenirshopbetreiber und Bäcker schickten mich von einem zum anderen und durch die halbe Innenstadt. Auch am Bahnhof gab es die Vögel nicht.

Irgendwann musste ich aufgeben und in den ICE steigen. Neben mir saß eine ältere Dame. Ich war wieder einmal müde bis zur Erschöpfung, holte “Mister Aufziehvogel“ von Haruki Murakami aus der Tasche und hoffte auf eine ruhige Fahrt und vielleicht ein wenig Schlaf. Als ich fast weggedämmert war, kam ein Kollege vorbei, der auch an der Tagung teilgenommen hatte und begann ein Gespräch. Eigentlich wiederholte er genau das, was wir schon auf der Tagung besprochen hatten, aber sei’s drum. Ein wenig mehr Networking kann nicht schaden.

Leider sah die alte Dame das als Startschuss, um mich mit ihrem Kaffee- und Gebissatem anzuquatschen, sobald der Kollege weg war. Ob mein Buch gut sei, wollte sie wissen. Sie lese nämlich gern dicke Bücher, und meins sei so schön dick. ‘Das ist ja mal ein innovatives Auswahlkriterium’, dachte ich und antwortete, ja, bisher gefiele es mir. Sie bat noch darum, den Klappentext lesen zu dürfen und schrieb sich den Titel auf. Auf mich wirkte sie wie eine Leserin von historischen Romanen, die im Mittelalter spielen, z.B. “Der Medicus“ – am besten noch mit einem präfeministischen Einschlag, z.B. “Die Päpstin“. Ob sie dann mit Murakami etwas anfangen kann? Ich weiß es nicht.

Mir selbst erschien das Buch nach einiger Zeit recht langatmig, obwohl ich andere Bücher dieses Autors bisher gern mochte. Zehn Minuten nachdem ich es beendet hatte, hatte ich wieder vergessen, ob Kumiko nun zu ihrem Mann zurückkehrt und auch bei ihm bleibt. Gerade habe ich in einer Kritik gelesen, dass meine Ausgabe wohl sehr schlecht übersetzt ist – möglicherweise sei es sogar eine Übersetzung aus einer englischen Fassung statt aus dem japanischen Original. Hmpf.

Unterdessen sprachen im Zug die Selten- und Erstfahrer über die immer gleichen Selten- und Erstfahrerthemen:

  • • Wie unpraktisch und unhöflich es doch sei, wenn Reisende Koffer mitnehmen und bis zu ihrem Platz damit durch den Zug gehen
  • • Wie schön die Züge inzwischen geworden seien
  • • Wann wohl der Schaffner kommen möge
  • • “Ach, guck mal, Hertha, Jalousien, das gab es früher nicht.“
  • • “Schau mal, Heinz, ein Klapptischchen, da kannst du dein Brot drauflegen.“

Die ältere Dame musste zur Toilette. Sie blieb recht lange weg, sodass der Zug zwischendurch anhielt und viele neue Fahrgäste einstiegen. Ein Mann mit Anzug und Koffer wollte ihren Platz:

Er: “Hier ist noch frei, oder?”

Ich: “Nein, tut mir leid.”

Er: “Aber da sitzt doch niemand.”

Ich: “Hier sitzt eine ältere Dame, die vorhin aufgestanden ist und gleich wiederkommt.”

Er: “Aber da steht nicht, dass der Platz reserviert ist.“

Ich: “Die Reservierungsleuchte wird bei der Fahrkartenkontrolle abgeschaltet. Sie können gerne hier warten. Die Dame kommt gleich wieder.”

Er: +Grmpfel+… und ging. Immer diese Anfänger…

Die alte Dame kam zurück. Nachdem sie sich erleichtert hatte, war sie wieder in Redelaune. Ich versuchte, ihrem schlechten Atem auszuweichen und hörte zu:

Sie: “Ich habe in Leipzig meine Tochter und meinen Enkel besucht.”

Ich: “Ach schön. Wie heißt der Kleine denn?”

Sie: “Fünnüs.”

Ich, denkend: Sag jetzt nichts Falsches. Und wer weiß, woher der Vater kommt.

Ich: “Oh, den Namen kenne ich noch nicht. Wie schreibt der sich denn?”

Sie: “P – H – Y – N – N – I – S.”

Ich: “Ist das ein skandinavischer Name?”

Sie: “Ach, den haben sich meine Tochter und ihr Mann mehr oder weniger selbst ausgedacht. Aber im Bekanntenkreis meiner Tochter gibt es noch zwei Kinder mit ähnlichen Namen.”

Ich: “Na dann.”

Sie: “Die jungen Leute heute sitzen ja nur noch am Handy und am Internet. Aber ich brauche so was alles nicht. Ich will das auch nicht.”

Ich: “Naja, wenn Sie das nicht wollen, dann lassen Sie es eben. Es muss ja nicht jeder mitmachen.”

Sie: “Nee, ich will das nicht. Ich bin alt genug geworden auch ohne Handy. Wer mich wirklich sprechen will, der ruft auch ein zweites Mal an.”

Ich: “Ja, stimmt.”

Sie: “Mein Nachbar macht jetzt bei lauter Kursen mit… Handykurse für Senioren, Computerkurse für Senioren… der fragt mich dauernd, ob ich nicht auch will. Aber ich will nicht. Warum soll ich achtzig Euro für einen Handykurs ausgeben, wenn ich gar kein Handy will?”

Ich: “Richtig, aber es zwingt Sie ja niemand, wenn Sie nicht wollen.”

Sie: “Nee, ich brauche kein Internet. Ich will das nicht.”

Ich: “Dann wären Sie in einem Kurs auch nicht motiviert.”

Sie: “Also was soll das? Dieses Internet…”

So ging das noch fünf Minuten weiter. Ich habe ihr in allem zugestimmt, aber sie konnte nicht aufhören, sich gegen moderne Technologie zu wehren. Das Thema muss sie ganz schön mitnehmen. Der ICE näherte sich langsam dem Ruhrgebiet, und das Thema “Aus- und Umsteigen“ kam auf. Sie fragte mich, bis wohin ich noch fahren würde.

Ich: “Ich steige in Dortmund um und dann…”

Sie, leicht entsetzt: “In Dortmund? Am Hauptbahnhof?”

Ich: “Ja…?”

Sie: “Da waren doch gestern diese Krawalle… diese Schlägereien mit der Polizei.”

Ich war sehr überrascht, kramte in meinem Gedächtnis, konnte mich aber nicht erinnern: “Ich habe gestern kaum Nachrichten gehört. Was war denn los?”

Sie: “Na, die Leute haben gegen den Umbau des Bahnhofs protestiert, und es gab sogar Verletzte. Wissen Sie, warum die Leute so sehr gegen den Umbau sind?”

Ich kenne den Dortmunder Hauptbahnhof, der neulich ein wenig renoviert wurde, und kann mir keinen vernünftigen Grund ausdenken, um ihn so zu lassen wie er ist: “Das kann ich mir gar nicht vorstellen… höchstens vielleicht wegen der gestiegenen Kosten und dem Haushaltsloch, das 2009 plötzlich nach der Wahl…” … und auf einmal erinnerte ich mich an eine Meldung, die tags zuvor im Radio kam. Aber das konnte nicht sein, oder?

Ich: “Meinen Sie vielleicht den Bahnhof in Stuttgart?”

Sie: “Ach ja Stuttgart, das kann auch sein. Doch… ja, vielleicht Stuttgart und nicht Dortmund.”

Ich: +headklappdesk+ “Ja, die Kosten für den Stuttgarter Bahnhof wurden immer höher. Außerdem ist das einer der schönsten Bahnhöfe in Deutschland, und er soll ja zum Teil abgerissen werden.”

Wahnsinn. Sie verwechselte mal eben Dortmund mit Stuttgart, obwohl sie selbst aus Essen kam. Aber bald war ich sie und ihren Atem los, denn meine Reise war beendet und ich wieder zu Hause beim Freund, der sich über die Dame sehr amüsiert hat. Leipziger Lerchen kann man übrigens auch über das Internet bestellen.

 
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Geschrieben von - 25. September 2011 in Bus und Bahn, Mitgehört, Reise

 

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Hammelfickers

Vorgestern zeigte der WDR eine Dokumentation mit dem Titel “Durchzug – Lärmterror im Rheintal”. Sie handelte von den Menschen im Mittelrheintal, die extrem gesundheitlich belastet sind durch die fast pausenlos dicht an ihren Häusern vorbeifahrenden Personen- und Güterzüge. Viele Gebäude stehen leer und verfallen, und auch der Tourismus leidet, da für niemanden ruhiger Schlaf möglich ist.

Morgen nachmittag zwischen 14.15 Uhr und 15.00 Uhr wird die Doku wiederholt, falls jemand von euch Interesse und Zeit hat.

Vor kurzem habe ich dort selbst eineinhalb Wochen im Rahmen einer Fortbildung verbracht und war hinterher fix und fertig. Zwar ist die Landschaft wunderschön – der beeindruckendste Anblick war der warme, dampfende Rhein an einem kalten Morgen, aber der Lärm ist nicht zum Aushalten. Selbst nachts noch fährt alle paar Minuten ein Güterzug vorbei. Etwa im Viertelstundenabstand brummeln Tanker den Fluss entlang. Die Dieselmaschinen geben so tiefe Töne ab, dass man sie nachts nicht nur hört, sondern auch spürt – und zwar schon fünf Minuten bevor die Schiffe da sind und noch fünf Minuten, nachdem sie wieder weg sind.

Ein Ortsansässiger erzählte, dass sich die Besatzung bis vor einigen Jahren noch mit Signaltönen aus der Schiffspfeife begrüßte, wenn sich zwei Tanker begegneten – auch nachts. Immerhin das sei inzwischen eingestellt worden. Ich war jedenfalls nach zwei Nächten zermürbt, nach vieren ein wandelnder Zombie. Seitdem habe ich vollstes Verständnis für die Anwohner der Gegend – auch dafür, dass sie nicht vehementer protestieren. Woher noch die Energie dafür nehmen?

Wenn sich die Bahn an Wortspielen versucht…

Aber eigentlich wollte ich eine ganz andere Geschichte erzählen. Die Doku hat mich nur daran erinnert. Ich übernachtete dort in einem Einzelzimmer. Im Zimmer nebenan wohnte ein Mann, der nicht an meinem Kurs teilnahm. Jeden Morgen hörte ich ihn unter der Dusche prusten und gurgeln. Jeden Nachmittag hörte ich, wie er in seinem Zimmer Sachen fallenließ, telefonierte, mit sich selbst sprach, stolperte oder die Türen knallen ließ. Er war ein lauter Nachbar.

Eines Nachts wurde ich wieder einmal wach. Schlaftrunken registrierte ich, dass mein Bettgestell scheinbar von allein immer wieder gegen die Wand stieß und dass ich selbst im Bett leicht hin- und herschaukelte. “Meine Güte”, dachte ich noch, bevor ich wieder einschlief, “der muss sich ja ganz schön heftig einen runterholen, wenn sein Bett noch durch die Wand hindurch meins zum Schwingen bringt.”

Als ich am nächsten Morgen etwas wacher war, schien mir diese Schlussfolgerung nicht mehr logisch. Züge oder Schiffe hatte ich ausnahmsweise auch nicht gehört. Stattdessen fiel mir ein, dass im Rheintal gelegentlich leichte Erdbeben auftreten. Leider hatte niemand sonst etwas mitbekommen – es war schließlich ungefähr um drei Uhr nachts passiert.

Am Nachmittag führte der Dozent uns durch den Ort. Er stammte von dort, kannte sich also gut aus. In den Tagen zuvor hatten wir schon seinen rheinland-pfälzischen Dialekt “genossen”, der wie eine Mischung aus kölsch und hessisch klingt. Meiner Meinung nach ist das eine scheußliche Kombination. Dieser Dialekt hindert offenbar auch an der sauberen Aussprache von englischen Wörtern – jedenfalls konnte unser Dozent das nicht besonders gut.

Während des Dorfrundgangs erzählte er uns Verschiedenes über Stadtmauern, mittelalterliche Konflikte und Hochwassermarkierungen. Als wir ins Zentrum kamen, begann er von amerikanischen Touristen und Hammelfickers zu sprechen. Ich hatte begonnen, wegzuhören, aber hier wurde ich wieder aufmerksam. Eigentlich hatte er bisher halbwegs seriös gewirkt – bis auf die Episode mit dem Namentanzen direkt zu Kursbeginn – aber was war das? Fiel den anderen auch etwas auf?

Scheinbar nicht. Sie lächelten und nickten weiterhin verstehend. Ja ja, amerikanische und japanische Touristen. Kommen nach Deutschland und wollen nur Hammelfickers. Kaum aus dem Bus ausgestiegen, fragen sie nach Hammelfickers. Wollte er etwa jemanden beleidigen? Vielleicht Bergbauern oder die Minderheiten, die in diesen Dörfchen noch wirkliche Minderheiten sind?

Dann zeigte er jedoch auf das Schaufenster eines Andenkenladens und mir ging ein Licht auf. “Da”, sagte er. “Hammelfickers.”

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Wollt ihr auch erstmal raten, was er meinte?

Hier findet ihr die Lösung des Hammelficker-Rätsels.

 

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Unterwegs mit fünfzig Zeugen Jehovas im Ersatzersatzbus

Hier kommen ein paar Schnipsel aus den letzten Monaten, die für eigene Einträge zu kurz sind.

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Als ich noch mit dem Zug zur Arbeit fuhr, kamen eines Tages zwei Dinge zusammen, die schlecht zusammenpassten: eine Streckensperrung und – hinter der Streckensperrung – ein großer Kongress von Zeugen Jehovas aus aller Welt. Sie waren schon an den Tagen zuvor gut zu erkennen gewesen an feierlicher Kleidung und angesteckten Teilnehmerschildchen.

Der Schienenersatzbus war defekt, und so warteten etwa fünfzig verwirrte Zeugen Jehovas aus aller Herren Länder und ich auf den Ersatzersatzbus, um dann über die Schnellstraße zum nächsten Bahnhof kutschiert zu werden. Auffällig war, dass keiner ein Handy zückte, um Bekannte über die Verspätung zu informieren. Dabei sind Handys in dieser Religion grundsätzlich erlaubt, lese ich gerade.

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Lästig ist es, von einem Kunden aus England in einer Mail mit “Dear Sir” angesprochen zu werden, obwohl mein Vorname in meiner Adresse enthalten und eindeutig weiblich ist. Ich habe noch drei Stunden lang darüber gegrummelt, während ich ihm eine englische Einführung in die feineren Feinheiten des deutschen Sozialversicherungsrechts zusammengestellt habe. Immerhin hat er sich hinterher bedankt.

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Das Kölner Konzert von Ben Folds gefiel mir besser als das in Hamburg. Das Publikum war in besserer, ausgelassenerer Stimmung. Mein Freund war so lieb, mich hinzufahren, sodass mir die Zugfahrt am Karnevalsdienstag erspart blieb.

Spät abends auf dem Rückweg hoppelten plötzlich zwei Kaninchen vor uns über die leere Straße. Eins wurde wohl von den Scheinwerfern geblendet, blieb mitten auf der Fahrbahn sitzen und guckte uns an. Ein Häschen! Wir waren schon innerhalb der Stadt, hatten niemanden hinter uns und konnten zum Glück anhalten. Es saß noch etwa zwanzig Sekunden lang da und folgte dann seinem Kumpel. Wir waren beide sehr froh, dass die Straße leer war und wir es nicht überfahren mussten.

Ähnliches ist mir mal mit einem Eichhörnchen passiert. Auch dort konnte ich anhalten, während es sich nicht entscheiden konnte, auf welche Straßenseite es laufen wollte. Als ich das auf der Arbeit erzählte, sagte eine sehr rabiate Kollegin, ich hätte weiterfahren müssen, auch wenn niemand hinter mir war. Was für ein brutaler Vorschlag – völlig grundlos ein Eichhörnchen zu überfahren… :-(

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Neulich im Hotel habe ich mir einen Spaß daraus gemacht, finnische tätowierte Metalfans zu zählen, die im Raum nebenan saßen, aber regelmäßig zum Buffet in “meinem” Raum kamen. Ich kam auf mindestens fünf, aber sie sahen sich ähnlich und liefen ständig durcheinander. Das machte das Zählen schwierig.

 

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Sag der Montanbahn guten Tag

Die allgegenwärtige Schadenfreude hat dem letzten Eintrag vergleichsweise hohe Leserzahlen beschert. Das soll nicht heißen, dass ich darüber urteilen würde – ich lache schließlich selbst über die Entstellten in diesem Weblog.

Was kann ich sonst berichten?

Anfang Dezember war ich ja auf dem Suede-Konzert in Berlin. Es war sehr schön, fast wie eine Zeitreise zum Anfang der 2000er, als ich mehrere Konzerte dieser Band besucht habe, die ich damals sehr verehrt habe. Leider war ich gesundheitlich etwas angeschlagen und habe deshalb darauf verzichtet, mich rechtzeitig vor Einlass anzustellen und dann ins Moshpit in den Innenraum zu stürzen. Ich hatte aber einen guten Blick vom Balkon der Columbiahalle aus.

Der restliche Dezember entwickelte sich noch stressiger als die Monate zuvor, die Feiertage kamen gerade rechtzeitig. Ich hatte ersthaft Angst, einfach zusammenzubrechen, wäre es noch einige Tage so weitergegangen wie vorher. Jetzt sitze ich seit einer Woche fast nur im Haus, lese, esse, surfe, schlafe und mache sonst nicht viel. Halbwegs erholt bin ich wieder, den Rest bringt hoffentlich die Woche Urlaub nach den Feiertagen.

Schnee. Massenhaft. Muss ich mehr sagen?
Ach doch, das mache ich im Moment auch noch: Ich sehe vom Fenster aus den Nachbarn beim Ausgraben ihrer Autos zu und beobachte, wie andere Fahrer auf der Kreuzung nebenan im Schnee steckenbleiben.

Und der Eintragstitel?
Heute früh bin ich aus einem Traum aufgewacht, in dem ich Schülerin in einer Schweizer Schulklasse war. Wir machten mit einem Zug, der sogenannten Montanbahn, einen Ausflug nach Zürich. Jedesmal, wenn neue Fahrgäste einstiegen, wurde vom Tonband ein Begrüßungsjingle gespielt, der mehrstimmig von einem Frauenchor gesungen wurde. Sein Text lautete:

Sag der Montanbahn guten Tag!
Fahr mit der Montanbahn!
Mit der Montanbahn!
Mit der Montanbahn!

Als ich in Zürich den Bahnsteig betrat, wachte ich auf und hatte zwei Stunden später immer noch diesen Jingle als Ohrwurm. Gerade habe ich nachgeschlagen, was eine Montanbahn überhaupt ist. Ihr Name hat nichts damit zu tun, dass sie in gebirgigen Regionen fährt. Stattdessen ist eine…

[...] Montanbahn [...] eine Eisenbahn  zum Transport von Gütern und Personen in der Montanindustrie. Hierunter fallen:

- Grubenbahnen, Sandbahnen und Grubenanschlußbahnen im Bergbau, insbesondere Kohlebahnen
- Werks- oder Feldbahn in den angeschlossenen verarbeitenden Industrien, insbesondere der Eisen- und Stahlindustrie.

Normalerweise handelt es sich bei Montanbahnen um Privatbahnen. Seltener werden staatliche/öffentliche Güterbahnstrecken, die schwerpunktmäßig dem Transport zwischen Bergwerken und Weiterverarbeitung dienen, als Montanbahn bezeichnet.

Quelle: wikipedia.org/wiki/Montanbahn

Eine Liste von Montanbahnen aus der ganzen Welt findet ihr unter diesem Link: wikipedia.org/wiki/Liste_der_Montanbahnen

Und so kann eine Montanbahn aussehen:

Wieder was gelernt. Jetzt muss ich nur noch den Ohrwurm loswerden. Oder ihn an die SBB verkaufen.

 
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Geschrieben von - 30. Dezember 2010 in Bus und Bahn, Musik, Satz des Tages

 

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