Nach mehreren Rohrbrüchen unter dem Gehweg bekommen wir nämlich jetzt neue Wasserleitungen, yes. In den letzten Jahren gingen die alten immer zum unmöglichsten Zeitpunkt kaputt. Ich hatte z.B. an meinem ersten Arbeitstag im neuen Job morgens kein Wasser. Toll. Gut, dass ich früh genug aufgestanden war, um auch mit Mineralwasser zurechtzukommen.
Jetzt stehen dort ein Bagger, ein Kipplaster, ein Dixiklo und drei Bauarbeiter, die mehrere Löcher buddeln.
Apropos Job, ich könnte noch ein paar Highlights aus der letzten Azubi-Bewerbungsrunde erwähnen. Leute…
- Es heißt zwar in Bewerbungsratgebern, man könne auch ein aktuelles Digitalfoto nutzen.. aber fotografiert euch bitte nicht auf eurem Dachboden, sodass außer euch noch Dachbalken, Kerzenleuchter, Treppengeländer und undefinierbares Gerümpel hinter euch erkennbar sind. Und das Datum der Aufnahme müsst ihr auch nicht ins Foto einblenden, wirklich nicht. Ich glaube euch auch so, dass das Bild halbwegs neu ist. Ihr seid noch nicht so alt, dass ihr viele Jahrgänge an Bewerbungsfotos auf Halde liegen habt.
- Mädels: wenn ihr weiße Oberteile tragen wollt, zieht dazu weiße Unterwäsche an – keine schwarze. Die scheint durch. Hat euch das in sechzehn Lebensjahren niemand beigebracht?
- Copy und Paste ist praktisch, besonders, wenn ihr euch bei einer Firmenanschrift nicht vertippen wollt. Wenn ihr aber im Anschreiben den Firmennamen noch einmal erwähnt, kopiert nicht einfach den gesamten Kram aus eurem Zwischenspeicher ein. Der Satz “Ich würde gern meine Ausbildung bei “Firma XY Postfach 10 12345 Ort” absolvieren.” lässt euch sehr schluderig erscheinen.
- Wenn ihr euer Anschreiben im Dezember 2011 verfasst, sollte darin nicht stehen: “Ich werde voraussichtlich am 23.07.2011 die Schule XY mit der Fachhochschulreife verlassen.” Nicht gut.
- Ihr bewerbt euch für eine Ausbildung im Beruf X? Und ihr habt euch auch bereits für andere Berufe beworben? Dann löscht diesen anderen Beruf aus eurem Anschreiben, verdammt nochmal – und ersetzt ihn durch den, den ihr bei uns lernen wollt.
- Falsch geschriebene und ganz fehlende Wörter im Anschreiben mag ich nicht.
- Es wirkt ebenfalls nicht gut, wenn ihr uns einfach nur einige unvollständige Nebensätze hinwerft, in denen ihr Stichworte aus der Stellenausschreibung verbaut.
- Es ist eklig eklig eklig, wenn sich um dein Foto herum dunkle Flecken befinden – auch wenn sie “nur” von Kleber und dreckigen Fingern stammen sollten. Schon mal was von doppelseitigen Fotoaufklebern gehört?
- Ein Datum schreibt man nicht so: 05.Juli.2011. Das ist nicht der fünfte Juliste, Liebchen. Kreativ in der Interpunktion kannst du gern zu Hause sein, aber nicht in einer Bewerbung.
- Über hundert unentschuldigte Fehlstunden im letzten Schuljahr? Vergiss es. Maximal fünf lassen wir durchgehen, wenn überhaupt.
- Mach das Preisschild von deiner Bewerbungsmappe ab – oder sag mir wenigstens, wo es so schicke Mappen für nur 95 Cent gibt. Ich habe immer mehr bezahlt.